Spiel der Woche Sommer- Special: Salzburger Landescup 1926 - 1933

Spiel der Woche Sommer-Special: Salzburger Landescup 1926 - 1933 Oftmaliger Finalist der verschiedenen VAFÖ-Cupsbewerbe: der 1. Halleiner Sportklub - ©HSK
Bis zu 5 Cupbewerbe pro Jahr waren in der Frühphase des Salzburger Fußballsports keine Seltenheit. Einige davon waren bedeutender als die damals recht kurzen Meisterschaften. (Landescup- Bilanz als Download am Artikelende).

Die Frühzeit des Salzburger Fußballs ist geprägt durch die politischen Auseinandersetzungen zwischen dem bürgerlichen Lager und den Sozialdemokraten. Nachdem sich der Salzburger Fussballverband 1921 aus dem bis dahin gemeinsamen Verband mit Oberösterreich verabschiedet und sich in den Folgejahren erfolgreich konsolidiert hatte, erfolgte im Sommer 1926 entlang der Grenzen der beiden politischen Lager die Spaltung in einen „roten“ und einen bürgerlichen Verband. Die in der „Freien Vereinigung der Amateur- Vereine Österreichs“ (VAFÖ) organisierten Arbeitersportvereine hatten wie im ÖFB auch in den lokalen Fußballgremien eine Funktionärsmehrheit und konzentrierten sich vor allem auf die Förderung des Fußballs auf Amateur- Basis. Das veranlasste die Gründungsvereine des SFV aus dem Verband auszutreten und sich in einem „Allgemeinen Salzburger Fußballverband“ neu zu konstituieren. Deshalb fanden zwischen 1927 und 1933 nicht nur getrennte Landesmeisterschaften, sondern auch parallele Cupbewerbe statt.

Während der bald wieder in SFV rückbenannte bürgerliche Verband an dem 1926 erstmals ausgetragenen Cup um den vom damaligen Landehauptmann Franz Rehrl gestifteten Pokals  festhielt, wurde  beim Salzburger Ableger des VAFÖ die politische Programmatik nicht zuletzt durch die Bezeichnung der beiden Cupbewerbe deutlich, die bei den Arbeiter- Fußballern einen wesentlich höheren Stellenwert einnahmen als die Meisterschaft. Neben einem Cupbewerb, dessen Finale in der Regel am 1. Mai stattfand, gab es auch den 12.- November- Cup, der an das Datum der Ausrufung der österreichischen Republik 1918 erinnern sollte. Um die schwächeren Mannschaften nicht zu benachteiligen, wurden neben den Cups der 1. Klasse (mit den Vereinen Arbeiter- Sportklub, Vorwärts Maxglan, Halleiner SK und SV Horekan) auch Bewerbe der 2. Klasse  für Reserveteams und die A- Mannschaften aus Oberndorf und Bürmoos ausgeschrieben. So fanden in Salzburg zwischen 1928 und 1931 nicht weniger als fünf jährliche Cupbewerbe statt.

Den ersten Pokalbewerb 1926 spielte man aber noch gemeinsam aus. 10 teilnehmende Mannschaften bedeuteten eine Zahl, die lange Zeit nicht mehr erreicht werden sollte. Kompliziert war der Spielmodus: In einer Ausscheidungsrunde wurden zunächst die Teams der 2. Klasse  zusammengelost; der Sieger des „Vorspiels“ war automatisch für die Zwischenrunde qualifiziert in der auch die damaligen Salzburger Spitzenclubs ins Rennen gingen. Von den 9 programmierten Spielen zur Ermittlung des ersten  Landescupsiegers wurden nicht weniger als vier Spiele überhaupt nicht angepfiffen, weil jeweils eine Mannschaft auf ihr Antreten verzichtete. Was zur Folge hatte, dass der damals noch in der 2. Klasse engagierte FC Hertha kampflos das Finale erreichte, wo er dem Salzburger Sportklub äußerst unglücklich unterlag.

Ganz und gar nicht zimperlich ging es bei der zweiten Auflage des Rehrl- Landespokals 1927 zu, den nur noch die sechs Vereinen des Allgemeinen Fußballverbands bestritten. Regulär wurden nur die ersten beiden Spiel abgewickelt, wobei der SSK gegen den eben erst gegründeten FC Strobl einen 18:0 Kantersieg feierte. Danach ging es in der Zwischenrunde ordentlich und mit etwas mehr als nur gesunder Härte zur Sache: SAK gegen SK Amateure wurde beim Stand von 10:0 in der 61. Minute abgebrochen, „da die Amateurelf durch eigenmächtige Absenzen von vier Spielern nur mehr aus sieben Mann bestand“, wie das „Salzburger Volksblatt“ zu berichten wusste.

Nur 35 Minuten dauerte das zweite Spiel zwischen dem 1.SSK und der Hertha. Grund für den Spielabbruch: der Schiri wurde durch einen ausgeschlossenen SSK- Spieler tätlich bedroht. Der Vorfall wurde vom Verbandsvorstand später als irrtümliche Regelauslegung gewertet, das Spiel neu ausgetragen. Der Salzburger Sportklub setzte sich durch und erreichte zum zweiten Mal das Finale. Auch das Endspiel dauerte keine 90 Minuten. Es wurde 10 Minuten vor Schluss abgebrochen, weil auf Seiten des 1. SSK vier, beim SAK 1914 zwei Spieler vorzeitig in die Kabinen geschickt wurden – alle wegen rohen Spiels. Der SFV sah sich später veranlasst, das Finale gänzlich zu anullieren.

Nachdem der 1. SSK 1919 im Jahr 1928 seinen Cuptitel von 1926 noch einmal erfolgreich verteidigen konnte, setzte sich ab 1929 die damals stärkste Salzburger Mannschaft auch in den Cupbewerben durch. Bis 1934 schaffte SAK 1914 nicht weniger als sieben Mal in Folge das Double; die jeweiligen Finalisten wurden in den Endspielen nach allen Regeln der Kunst zerlegt und mit teils empfindlichen Niederlagen nach Hause geschickt. Beendet- wurde die Serie der Athletiker lediglich durch den Umstand, dass der Landescup 1935 nicht ausgetragen wurde.

Auch in den Pokalbewerben des Salzburger VAFÖ war zunächst die spielstärkste Mannschaft erfolgreich. Der SK Vorwärts Maxglan konnte zwischen Herbst 1927 und Sommer 1929 sowohl den 12.- November- Cup (der Pokal wurde von der Arbeiterkammer gestiftet) als auch den 1.- Mai- Cup je zwei Mal gewinnen. Der Weg zum ersten Cup- Titel war allerdings lang. Das Finale des 12.- November- Cups musste im Herbst 1927 zunächst witterungsbedingt verschoben werden. Das Spiel zum Ausweichtermin am 4. Dezember endete 2:2, die Nachspielzeit musste auf Grund der einbrechenden Dunkelheit entfallen. Nach einer neuerlichen Absage konnte das Finale erst am 26. Februar 1928 ordnungsgemäß ausgetragen werden.

Der Halleiner SK, der den Maxglanern in diesem Spiel knapp mit 4:5 unterlag, holte sich seine Trophäen im Herbst 1929 bzw. im Mai 1931. Daneben konnte sich auch der zwischenzeitlich im VAFÖ engagierte FC Rapid  in die Cupsieger- Listen eintragen; ebenso wie der später in SK Admira Salzburg umbenannte 1. Arbeiter- Sportklub, der sich den 12.- November- Cup 1930, 1932 und 1933 sicherte. Der letzte Cupbewerb des VAFÖ  im Herbst 1933 stand bereits im Schatten der verschärften innenpolitischen Auseinandersetzungen. Das ursprünglich am 12. November 1933 angesetzte Finale wurde von der Bezirkshauptmannschaft kurzerhand verboten. Die Begründung findet sich in der sozialdemokratischen „Salzburger Wacht“: das Spiel hätte Anlass zur Ruhestörung geben können ...

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